Altersschwerhörigkeit erkennen und Hörproblemen vorbeugen

„Nicht sehen können trennt von den Dingen, nicht hören können von den Menschen.“
Immanuel Kant

Die Altersschwerhörigkeit beschreibt ein auf natürliche Weise nachlassendes Hörvermögen im höheren Alter. Die Minderung der Hörfähigkeit fängt dabei mit kaum merkbaren Hörproblemen um das fünfzigste Lebensjahr an und verschlechtert sich schleichend über die Zeit.

Betroffene merken dies am Anfang vor allem in einer zunehmenden Unfähigkeit hohe Töne deutlich wahrzunehmen und das Nebengeräusche nicht mehr so gut aus einem Gespräch herausgefiltert werden können. Bei einer solchen Schwerhörigkeit im Alter sind in der Regel beide Ohren gleich schwer von der Veränderung betroffen. Aber wie kommt es dazu, wie können Sie Hörproblemen vorbeugen und Altersschwerhörigkeit behandeln?

Altersschwerhörigkeit

Schwerhörigkeit im Alter

Warum sind so viele ältere Menschen von Hörproblemen betroffen?

Das Leistungsvermögen von vielen Sinnen nimmt beim Älterwerden auf natürliche Weise ab. Das ist nicht schlimm und ganz normal, wir werden nun mal älter. Zusätzlich nimmt beispielsweise die Belastung durch die Umwelt immer mehr zu. Einfluss haben auch:


  • Rauchen
  • Hohe Lärmbelästigung
  • Erbliche Veranlagung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes

Ursachen für Altersschwerhörigkeit

Die hauptsächliche Ursache für Altersschwerhörigkeit und generell Hörprobleme im Alter steckt schon im Namen. Es ist nämlich das fortschreitende Alter, welches zu einer verminderten Hörfähigkeit führt.

Auf ganz natürliche Weise nutzen sich Haarzellen im Innenohr ab, die für die Wahrnehmung von Tönen und Geräuschen zuständig sind. Bei jedem hörbaren Ton werden sie je nach Lautstärke und Tonhöhe unterschiedlich stark in eine Richtung ausgelenkt. Mit der Zeit nimmt ihre Flexibilität und Stärke ab genauso wie es bei anderen Körperteilen der Fall ist. Vergleichbar mit der Altersschwerhörigkeit sind somit altersbedingte Veränderungen des Skeletts wie im Rahmen einer Arthrose. Bei den Haarzellen erfordern vor allem sehr hohe Töne im hochfrequenten Bereich eine starke Auslenkung der Haarzellen. Daher ist es logisch, dass dieser Tonbereich als erstes von Hörschäden betroffen ist.

Neben den Haarzellen nehmen aber auch altersbedingte Veränderungen des Gehirns Einfluss auf die Altersschwerhörigkeit. Die Flexibilität bei Denkprozessen und die Verarbeitung von neuen Reizen sinkt mit einer abnehmenden Hirnsubstanz im Alter. Das heißt nicht, dass ältere Menschen dümmer werden. Vielmehr bedeutet es, dass sie sich nicht mehr so gut auf aktuelle Reize einstellen können. Töne und Geräusche sind akustische Reize und sind somit auch von der veränderten Verarbeitung betroffen.

Umweltfaktoren wie eine erhöhte Lärmbelastung im Laufe des Lebens können zu einem früheren Einsetzen der Altersschwerhörigkeit führen. Eine Lärmschwerhörigkeit kann jedoch umgekehrt nicht mit einer Altersschwerhörigkeit gleichgesetzt werden. Medikamente wie spezifische Antibiotika oder Infektionen sind selten der Grund für eine signifikante Hörminderung im Alter. Sie können zwar auch die Haarzellen schädigen, eine typische Altersschwerhörigkeit lösen sie jedoch meist nicht aus.

Altersschwerhörigkeit vermeiden

Altersschwerhörigkeit erkennen – Symptome und Probleme

Anzeichen für eine Schwerhörigkeit im Alter

Die Entwicklung zur Schwerhörigkeit im Alter beginnt schleichend. Zunächst können Betroffene hohe Töne schlechter hören. Folgende Anzeichen sind Warnsignale einer beginnenden Altersschwerhörigkeit und sollten mit einem HNO-Arzt besprochen werden:


  • Probleme beim Verstehen von Kinderstimmen und hoher Frauenstimmen
  • Fernseher oder Radio werden so laut gestellt, dass andere sich davon gestört fühlen
  • Geräusche wie Vogelgezwitscher, Meeresrauschen oder das Ticken einer Uhr werden gar nicht mehr wahrgenommen
  • Probleme, einem Gespräch zu folgen, besonders bei gleichzeitigen Hintergrundgeräuschen
  • Auftreten von Ohrgeräuschen

Selbst-Check – wie erkenne ich Symptome einer Altersschwerhörigkeit bei mir?

Da sich wie gesagt eine Altersschwerhörigkeit schleichend entwickelt, werden Sie diese nicht von einem auf den anderen Tag bemerken. Deswegen ist es auch nicht einfach einzuschätzen, wann Sie Ihr Hörvermögen von einem Experten überprüfen lassen sollten. Machen Sie einen kleinen Selbst-Check.

Beobachten Sie Ihre eigene Kommunikationsfähigkeit im Alltag und nehmen Sie eventuelle Hinweise aus Ihrer sozialen Umwelt ernst, indem Sie auf folgende Punkte achten:


  • Werden Sie von Familie und Freunden öfter darauf hingewiesen, dass Ihr Fernseher zu laut eingestellt ist?
  • Treten öfter Missverständnisse in Gesprächen auf?
  • Fällt es Ihnen zunehmend schwer, Gesprächen zu folgen?
  • Haben Sie das Gefühl, dass viele Ihrer Gesprächspartner undeutlich sprechen oder nuscheln?
  • Überhören Sie manchmal das Klingeln des Telefons oder der Türklingel?
  • Empfinden Sie die Kommunikation in Besprechungen und auf Veranstaltungen zunehmend als anstrengend und sind Sie versucht, solchen Ereignissen fernzubleiben?

Gewissheit schafft ein Test bei einem Ohrenarzt oder Hörakustiker. Das geht schnell und unkompliziert, etwa bei unseren Experten im Wichmann Zentrum Hören | Sehen.

Schwerhörigkeit im Alter vorbeugen – worauf Sie achten sollten

Später im Alter zahlt sich aus, wenn Sie gute Vorsorge für Ihre Gesundheit getroffen haben. Das trifft nicht nur für übliche Vorsorgeuntersuchungen zu, sondern genauso für die eigene Hörvorsorge, indem Sie in den folgenden Situationen richtig handeln.

Schwerhörigkeit im Alter vorbeugen

Lärmüberlastung reduzieren – Musik leiser drehen

Lärm wirkt sich negativ auf den gesamten Körper und unsere Gesundheit aus, wir sind gestresst. Schon ab 85 Dezibel kann das Gehör irreparable Schäden nehmen. Laute Musik über Kopfhörer ist einer der Gründe für eine vorzeitige Hörschwäche. Stellen Sie deshalb Ihre Kopfhörer so ein, dass die Musik mit maximal 80 Dezibel abgespielt wird. Das ist in etwa so laut wie eine Waschmaschine im Schleudergang oder ein lautes Streitgespräch. Zudem sollte die dauerhafte Belastung reduziert werden. Versuchen Sie, nicht länger als eine Stunde am Stück Musik mit voller Lautstärke zu hören.

Die Ohren vor Zugluft schützen

Klimaanlagen sind bei Sommerhitze oft ein Segen, können aber bei Menschen mit empfindlichen Ohren Entzündungen des Mittelohrs auslösen. Achten Sie deshalb darauf, sich nicht direkt in den Zug der Klimaanlage zu setzen.

Keine Wattestäbchen verwenden

Wussten Sie, dass unsere Ohren sich selbst reinigen? Winzige Härchen in den Gehörgängen transportieren durch ständige Flimmerbewegungen Verunreinigungen aus dem Ohr heraus. Dabei verfangen sich abgestoßene Hautschüppchen sowie Schmutz- und Staubpartikel im Ohrensekret (Ohrenschmalz). Vermeiden Sie bei der Reinigung Ihrer Ohren auf jeden Fall den gefährlichen Einsatz von Wattestäbchen. Sie können bei der Reinigung des Ohrs den Gehörgang verletzen.

In Belastungssituationen Gehörschutz tragen

Sie sind begeisterter Heimwerker oder Hobby-Musiker? Dann sollten Sie einen speziellen Gehörschutz benutzen. Auch beim Schwimmen ist ein Gehörschutz sinnvoll, da durch das Wasser Bakterien ins Ohr gelangen und Entzündungen auslösen können.

Altersschwerhörigkeit Wichmann Peine
Altersschwerhörigkeit Wichmann Peine

Altersschwerhörigkeit behandeln

Kann eine Hörbehinderung oder Hörbeeinträchtigung gestoppt werden?

Viele erlangte Hörschäden sind irreparabel, genauso wie das Älterwerden nicht umgekehrt werden kann. Jedoch gibt es moderne Lösungen, um Hörbeeinträchtigungen zu verringern.

Eine Schwerhörigkeit im Alter kann durch das Tragen eines Hörgerätes ausgeglichen werden, die Lebensqualität lässt sich damit deutlich steigern. Manche ältere Menschen haben Angst vor einer Stigmatisierung bei einem Tragen eines sichtbaren Hörgerätes. Dabei hat sich die Technologie in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt: Hörgeräte sind inzwischen sehr klein und unauffällig. Außerdem funktionieren sie viel besser als früher und selbst Basismodelle sind mit zwei Mikrofonen, einem Lautsprecher und einem digitalen Sprachprozessor ausgestattet.

Lösungen mit Ihrem Hörakustiker gegen Altersschwerhörigkeit finden

Seien Sie ehrlich mit sich selbst: Finden Sie sich in manchen hier beschriebenen Situationen wieder? Altersschwerhörigkeit muss kein großes Problem sein und Sie in Ihrem Alltag einschränken, wenn Sie richtig handeln. Besprechen Sie Auffälligkeiten und Hörprobleme mit Ihrem HNO-Arzt oder Hörakustiker. Es wird sich lohnen! Gemeinsam mit Ihrem Hörakustiker werden Sie eine individuelle Lösung für Altersschwerhörigkeit finden. Wir im Wichmann Zentrum Hören | Sehen stehen Ihnen dabei jederzeit gerne zur Seite. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

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Schieben Sie Ihre Hörvorsorge bitte nicht auf. Vereinbaren Sie jetzt gerne telefonisch einen Termin, unsere Experten freuen sich auf Sie!

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